Hallo, ich heiße dich herzlich willkommen.

Ich möchte mich dir vorstellen und dir erzählen worum es bei diesem Blog überhaupt geht und was mich dazu bewegt hat.

Vorab, ich habe eine leichte Rechtschreibschwäche und bitte um etwas Nachsicht.

Mein Name ist Chris und ich bin gegenwärtig 33 Jahre alt. Vor gut 2,5 Jahren trennte ich mich nach einer elfjährigen Beziehung von meiner Partnerin. Und ja, das Singleleben war geil: Keiner, der schnarcht, keiner, der dein liebevoll gekochtes Essen einfach so runterschlingt, niemand, der sich über den Klodeckel beschwert, keiner, der einen etwas übel nimmt, weil man ein „wichtiges“ Datum vergessen hat, kein Streit um die Fernbedienung und die ewige Frage, ob sie in dem Kleid fett aussähe („Ja verdammt, das tust du!“). Aber irgendwann kommt der Tag, ja, Man(n) mag es kaum glauben, wo einem das alles fehlt. Man mag nicht mehr alleine kochen, man mag nicht mehr alleine essen, man mag nicht mehr alleine Schlafen, man würde viel darum geben, dass nachts neben einen einer liegt und schnarcht und, man möchte jemandem sagen, dass er in genau diesem Kleid wundervoll aussieht. Kurzum, so toll das Singleleben auch sein kann, irgendwann kommt die Einsamkeit.

Die Einsamkeit, ein einfaches Wort aber ein Zustand der alle Bereiche deines Lebens, nach und nach, einnimmt. Dinge, die dir früher Spaß gemacht haben, machen einfach keinen mehr. Dauernd stellst du dir vor, wie schön gerade dieser Moment wohl mit einem Partner wäre. Ich denke, du weißt wovon ich rede, wenn du auch betroffen bist.

Alles Geheule nützt aber nichts, wenn man den Arsch nicht hochbekommt und etwas dagegen unternimmt. Der Punkt war dann bei mir im September 2017 erreicht und kam völlig unangekündigt. Ich schaute, wie so oft davor auch, einen Film bei einem bekannten Streamingdienst. Irgendetwas in mir veränderte sich, ich konnte in der Nacht nicht schlafen, fühlte mich niedergeschlagen und war total unruhig. Ich schob es auf den Film und versuchte weiter Schlaf zu finden. Nach gut drei Stunden, riss ich die Augen auf und stellte fest, dass ich total im Arsch war. Unruhe, gepaart mit Appetitlosigkeit und etwas, was ich als Desorientierung bezeichnen würde, dazu noch ein Gefühl von Melancholie. Ein Psychologe würde es als einen Zusammenbruch bezeichnen und, machen wir uns nichts vor, es war einer. Dezent wie ein Tomahawk-Marschflugkörper verkündete er mir, dass bei mir etwas nicht in Ordnung war. Ich hielt mich gut 2-3 Wochen in diesem Zustand, dank Freunden und Familie versank ich nicht darin, was mir wiederum die Kraft gab zu ergründen, was da eigentlich mit mir passierte und viel wichtiger, warum. Ich zermarterte mir meinen zarten Schädel und kam zu der Erkenntnis, dass es die Einsamkeit war. Gut, es gab noch andere Dinge in meinem Leben die da in Frage hätten kommen können, wie z. B. die finanzielle oder berufliche Situation, aber es war die Einsamkeit.

Da es gegen Einsamkeit nur ein Mittel gibt, war es höchste Zeit den Arsch hochzukriegen und sich wieder auf den Markt zu werfen. Aber wie? Ich bin nicht so der Party- oder Discogänger, Festivals mit tausenden von Menschen, einer betrunkener als der andere? Keine Chance! Dazu lebe ich noch auf einem Dorf mit einer Busanbindung, die aus dem Mittelalter stammen könnte, ein Auto habe ich nicht (mehr), also war das „mal ausgehen“ immer sehr teuer und aufwendig. Ein Blick in meine Brieftasche verriet mir, eine andere Lösung musste her ­– das Onlinedating! Und um genau darum soll es in diesem Blog gehen, das Onlinedating aus der Sicht eines Mannes! Ja, werte Damen und Herren, aus der Sicht eines Mannes! Aber warum? Bei den unzähligen Kontakten stellte ich immer wieder fest, dass sich die Damenwelt über die Männer und ihr sexistisches und vulgäres Verhalten beschweren. Ich gehöre nun nicht zu dieser Gattung „Mann“, sondern würde mich als anständigen Typen beschreiben. Zugegeben, ich sehe nicht aus wie der „Sexiest Man Alive“ aber Anstand, Ehrlichkeit und Moral hat man mir mit auf den Weg geben, ach ja und auch Humor.

„Aber was genau werde ich hier auf deinem Blog zu lesen bekommen und was soll das Ganze? Wird das ein Blog, wo ich mir seitenweise deine Misserfolge beim Onlinedating reinziehen darf?“, fragst du dich jetzt vielleicht.

Ich werde hier mein Erlebtes offenlegen, wie ich die Geschichten wahrgenommen und verstanden habe, mit euch meine Gedanken dazu teilen und, das ist einer der Hauptgründe für den Blog: Der Damenwelt den Spiegel vorhalten bezüglich ihres teils asozialen, rücksichtslosen und verletzenden Verhaltens. Es soll kein Pranger werden, es soll den Damen die Augen öffnen und den Männern klar machen, dass es völlig in Ordnung ist Gefühle zu haben und diese auch zu zeigen.

Herbert Grönemeyer sang schon in seinem Song Wann ist ein Mann ein Mann? „..Männer weinen heimlich…“ und das ist nicht in Ordnung! Man(n) ist nicht weniger Mann, wenn man verletzt wurde und deswegen betrübt ist, aber wenn Man(n) es immer verbirgt, zeigt man der Damenwelt, dass es vollkommen in Ordnung ist, dass man mit jemandem so umgeht. Durch den immer weiter fortschreitenden Feminismus sind wir gesellschaftlich nun an einem Punkt angelangt der, meiner Meinung nach, unhaltbar ist. Frau darf machen was sie will und Man(n) muss das abkönnen, egal wie hart die Kelle war die da ins Gesicht geflogen kam. Steckt man die Kellen nicht wort- und regungslos weg, wirt man von den Frauen als Weichei und von der Männerwelt als Mimose bezeichnet. Eins wird dabei aber gerne vergessen: wir sind alle Menschen, sozial empfindsame Wesen. Niemand sollte mit niemandem so umspringen. Der Verfall der moralischen Grundwerte ist in unserer heutigen Gesellschaft weiter verbreitet denn je und die vermeintliche Anonymität und Unerreichbarkeit des Internets macht das Ganze noch viel einfacher. Es ist einfach, auf Plattformen wie Lovoo, Tinder und Co. ein Bild zu bewerten, es mit nur einen Fingerwisch als gut oder schlecht einzustufen. Aber die Wahrheit ist doch die, egal ob Mann oder Frau: hinter jedem Bild steckt ein Mensch, ein Wesen mit Gefühlen und Empfindungen und wer sind wir, das wir in unserer ach so fortschrittlichen Gesellschaft, einen Menschen mit nur einen Fingerwisch in einer bekloppten Handyapp bewerten, ihn als gut, ungenügend oder schlecht abstempeln, ohne ihn zu kennen?

Und darum wird es hier gehen liebe Leserinnen und Leser, ich nehme euch mit auf meine ganz persönliche Reise durch die Welt des Onlinedatings, mit Blick auf den moralischen Verfall bei beiden Geschlechtern und mit Augenmerk auf die Damen und ihre Verhaltensweisen. Ich erzähle von meinen Erfolgen und Misserfolgen und eventuell, mit etwas Glück, endet das Ganze hier mit dem Bild von einer Hochzeitsfeier.

Nun wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen, Lachen und Weinen.

Chris