Hier ist es nun, das erste Date seit 17 Jahren!

Wie hier nachzulesen ist, stand ich nun, nach dem Einlösen eines der Gefallen am Bahnhof und wartete auf den Zug. Nach einer gefühlten Ewigkeit trudelte das Ding auch mal en. So langsam war ich dann doch etwas aufgeregt. Die Zugfahrt war recht schön und ruhig, auch die Anschlusszüge kamen so wie geplant.

Da saß ich also im Zug, noch 10 Minuten von Sahra entfernt und als die Ansage kam „In wenigen Minuten erreichen wir…“, war ich dann doch recht nervös. Ich wusste sie trug einen roten Mantel, Lady in Red sozusagen. Der Zug fuhr in den Bahnhof ein und ich konnte sie schon aus dem Fenster sehen. Zugegeben, ich war etwas verwundert wie gertenschlank sie war, sah sie doch auf den Fotos etwas  Betonter aus. Nicht mollig oder gar dick, aber eben eine „normale“ Figur. Dann hielt der Zug und die Sekunden bis zum Öffnen der Türen kamen mir vor wie eine Ewigkeit. Aber sie öffneten sich. Nach zig Chats, der beinahe Abbruch des Kontaktes, unzählige Stunden des Telefonierens, einer Nierenkolik und einer Fliegerbombe die irgendwer vergessen hatte, war er da. Der Moment an dem wir uns sehen, sich unsere Blicke kreuzen und sich zeigen wird, ob man sich mag. Die Welt steht still, für ein paar Sekunden, ich schwöre es, sie stand still! Dann die Offenbarung „Das wird nix“. Die Begrüßung fiel recht verhalten aus, aber nun war ich halt einmal da. Erstmal weg vom lauten Bahnhof und der lauten Hauptstraße, schlenderten wir in ein kleines Stadtwäldchen der einmal um die Stadt führte. Eventuell wird sie da etwas auftauen?! Naja, weit gefehlt, ich merkte das sie sich echt unwohl in meiner Gegenwart führte und das sagte sie mir dann auch. Wir schlenderten noch etwas den Weg entlang und nahmen auf einer Bank platz. Nun galt es zu besprechen was hier gerade los ist, warum sie sich so unwohl fühlt und ob ich in den nächsten Zug springen soll. Ich hatte dies bei einen unserer Telefonate gesagt, dass wenn wir merken es wird nichts oder sich einer unwohl fühlt, dass ich dann in den nächsten Zug springe und vorwurfsfrei wieder Heim fahre. Sie meinte dass sie nicht erklären könne warum sie sich in meiner Gegenwart so unwohl fühle, es aber langsam ginge. Wir beide erklärten das es mit uns wohl nichts wird und beschlossen uns trotzdem einen schönen Tag zu machen, so sei ich nicht den ganzen Weg umsonst gefahren. Als das geklärt war, taute sie merklich auf und lächelte zum ersten Mal. Ich fühlte mich dennoch etwas niedergeschlagen, mit einem „KO“ in der ersten Sekunde habe ich nun nicht gerechnet. So muss es sich anfühlen als unsportlicher Unerfahrener gegen Wladimir Klitschko in den Ring zu steigen. Was soll’s, machen wir uns eben einen schönen Tag. Wir gingen in den Stadtpark und freuten uns über den Penner, wenigstens hatte er ein erfolgreiches Date mit seiner Bierflasche. Im Anschluss sind wir in ein wirklich gutes Burgerrestaurant gegangen… –Stop—der aufmerksame Leser wird sich nun Fragen, ein Vegetarier im Burgerrestaurant? Ja die haben da wohl auch sehr gute Vegetarische und Vegane Burger!

Ich lud sie also zu einem Veggiburger mit Süßkartoffeln ein, ich bestellte mir einen richtig fetten Cheeseburger mit 250g feinster, blutiger Kuh. Hatte ja eh nicht mehr zu verlieren. ¯\_(ツ)_/¯250g tote Kuh

Da Essen verlief recht schön, die Stimmung war heiter, aber der kleine Kobold mit dem „Misserfolg“ war dennoch in meinem Kopf. Im Anschluss gingen wir noch so richtig schön am See spazieren, tobten wie kleine Kinder auf dem Spielplatz, lachten viel und schlenderten gemütlich im Wald am Ufer entlang, bis mir die Füße weh taten und es Zeit war die Heimreise anzutreten. Auf dem Weg zum Bahnhof sagte ich ihr, dass ich dennoch gerne weiter Kontakt zu ihr hätte, sie schien mir ein wirklich toller Mensch zu sein. Sie war recht überrascht, freute sich aber über mein Angebot und nahm es dankend an. Sie brachte mich noch zum Bahnhof wo sie mir einige Fragen bezüglich einer Bio-geprägten Lebensweise beantwortete. Der Zug kam, ich umarmte sie noch zum Abschied, Tür zu und Abfahrt. Ich ging mit einem Lächeln, trotz allem hatte es sich für mich gelohnt. Es war ein schöner Tag mit einen tollen Menschen den ich eventuell bald als Freund bezeichnen darf. Und so kam es letzten Endes auch, wir wurden gute Freunde, trotz der Entfernung. An dieser Stelle noch einmal: Ich danke dir für deine Freundschaft!

Das Date mit „Sahra“

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