Noch während des Dates mit Sahra, erhielt ich, wie hier schon erwähnt, eine Nachricht auf Parship.

„kein Eintrag, 35“ interessierte sich doch sehr für das „Model C“, bot es doch ein paar vielversprechende Funktionen, mag Kinder und lässt sich auch, obwohl er einen eigenen Willen hat, recht einfach in den Alltag integrieren. Überzeugend war wohl auch die angepriesene, erweiterte Sprachfunktion. Hier ein kleiner Ausschnitt aus dem Text:

„Überzeugen sie sich außerdem von der faszinierenden Sprachsteuerung. Sagen sie doch einfach mal „Küss mich“ und schauen sie was passiert!“.

Da muss Frau doch schwach werden oder? Für den Ein oder Anderen mag das ja recht flach und kitschig wirken, aber ich suche eine Frau die genau auf so eine Art von Humor steht!

Wo waren wir? Ah, sie hat mich angeschrieben, besser gesagt, dem „Kundesupport“ eine Anfrage gesendet wo, wie und wann man das „Model C“ testen könnte. Der „Support“ antwortete ihr natürlich und teilte ihr die geforderten Informationen, sowie die Voraussetzungen eines „Probelaufs“ mit. „kein Eintrag, 35“ antwortete und da offenbarte sich das hoch angepriesenen, in der TV-Werbung hoch gejubelte, Parshipprinzip. Ich hatte kein Premiumaccound!

Leider ist es auf Parship so, dass man nur eine Nachricht senden kann, wenn man kein Premium hat und die Nachrichten die von einen Premiummitglied kommen, verschleiert sind. SCHEIßE, was ist das denn für eine Verarschung!?

Unfähig ihre Nachricht zu lesen und noch während ich mich darüber ärgerte, trudelten noch zwei weitere Nachrichten von ihr ein. Eine Lösung musste her und zwar schnell!!!! Klein Chris nun nicht vollkommen verblödet, sagte dem Parshipprinzip den Kampf an. Ich warb mit meinem Accound einen „Freund“ an, also eine E-Mailadresse die ich mir fix dafür anlegte.

Der Vorteil, als Geworbener, erhält man drei Tage Premium, was wiederum bedeutet, dass ich ihr drei Tage lang schreiben könnte und wenn ich es in drei Tagen nicht schaffe ihre Handynummer zu bekommen, dann mache ich eh etwas falsch.

Schritt 2: Mit der neuen Mailadresse, mal eben einen neuen Accound erstellt.

Wer Parship kennt weiß, das dazu nur rund 100 Schritte, Fragen, Psychotests etc. nötig sind.

Ich klickte mich wie ein Wahnsinniger durch das „Parshipprinzip“. Nach 30 Minuten war das dann auch erledigt.

Ging ja fix! Oder doch nicht?

Ich konnte ihr Profil nicht finden, so eine Scheiße! Also, wieder ausgeloggt, mit dem Hauptaccound eingeloggt, ihr Profil besucht, Link kopiert, ausgeloggt und mit dem neuen Accound wieder eingeloggt. Nun wollte ich ihr schreiben, aber huch, was ist nun schon wieder? Ah, das Parshipprinzip, es wollte das ich mein Profil etwas mehr vervollständige. Ok, also machen wir auch das noch… Wieder 10 Minuten später und langsam kam die Angst auf sie könnte denken ich hätte kein Interesse, schaffte ich es endlich ihr eine Nachricht zu schicken, wo ich sie über die „Vorzüge“ des Parshipsprinzips aufklärte, das ich gerade das System ficke und bat sie darum, mir die drei Nachrichten nochmals auf diesen Accound zu schicken. Ich hatte Schiss dass ihr das alles zu „Affig“ wäre und rechnete nicht mit einer Antwort.  Weit gefehlt, ich bekam eine Nachricht, sehr kurz, sehr knapp, aber alles was man braucht, ihre Handynummer!!!

Wohuuuuu.

Aber was soll ich nun tun? Whatsapp, SMS oder gar gleich anrufen? Immer ruhig mit den wilden Pferden, erst mal Whatsapp.

„Sie haben das „Model C“ bestellt?“

„Hat „Model C“ auch einen Namen?“

„Klar hat er das, ich grüße dich, ich bin Chris!“

„Hi, schön dich kennen zu lernen, ich bin Himmel!“

„Freut mich Himmel“

Und so fing es an. Das Schreiben mit ihr war, ganz anders als erwartet. Nur kurze, knappe, schnell geschriebene Texte.

Uff, ganz anders wie erwartet, wo war das spielen, wo das Interesse wo war all das was da nun kommen müsste?

Sie sagte, sie sei gerade unterwegs und meldet sich heute Abend wenn sie wieder zu Hause ist.

Ich saß echt hippelig vor meinem Handy und wartete auf das Whatsapp-typische pfeifen. Und dann kam es, tutilitüüü. Ach, „nur“ nen Freund….

Die Stunden vergingen, aus dem Abend wurde Nachts und ich wurde dann irgendwann so müde, dass ich einschlief. Am nächsten Morgen schrieb ich ihr ein neutrales:

 

„Guten Morgen!“

 

Keine Raktion! Der Tag verging ohne eine Nachricht von ihr und in mir reifte die Erkenntnis, dass das wohl nur eine Verarschung war. Aber dann, am späten Nachmittag dudelte mein Handy, diesmal war es kein Freund, keiner aus der Familie, nein es war Himmel!!

Woohuuuuu.

Die Zeit verging immer langsamer, immer mehr mochte ich die Unbekannte am anderen Ende der Leitung, hatte ich so ein „Gespräch“ zuvor noch nie erlebt, sehr herzlich, sehr offen, sehr ehrlich, humorvoll und, ja auch das, recht prickelnd. Zwischendrin, kam dann auch der Moment wo wir fragten ob es zu den Namen auch ein Gesicht gäbe.

Ein Moment vor dem ich, wie bekannt, Angst habe.

Ich schickte ihr die Bilder die ich auch in meinen Profilen verwendete und sie mir ihre. Objektiv betrachtet, ist sie eine durchschnittlich schöne Frau, kein Modell, kein Hausfrauentyp, einfach eine schöne Frau mit langen braunen Haar. Aus meiner Sicht betrachtet: „Scheiß die Wand an, ist die heiß!“. Aber bei aller innerer Euphorie, bremste ich mich denn, ihre Reaktion zu meinem Aussehen stand noch aus. Ich rechnete damit dass sie nun einen höflichen aber abschließenden Text verfasst. Die Zeit bis ihre Reaktion kam, verging einfach nicht.

Ja dieser schöne Moment wo die Zeit nicht vergehen will, hat auch Nachteile.

Dann kam sie, die Antwort von der ich solch große Angst hatte:

„ich weiß gar nicht was du hast, du siehst doch echt gut aus?!“

Ok, sie muss ein Fake sein oder jemand der Männer verarscht. Aber weit gefehlt, es war mehr als ehrlich gemeint und das war Balsam für die Seele, mit solch einer positiven Reaktion habe ich nun wirklich in keiner Weise gerechnet.

Und machen wir uns nichts vor, sowas tut verdammt gut, gerade wenn man so viele negativen Erfahrungen gemacht hat wie ich, dazu aber mehr in einen gesonderten Artikel.

Das Eis war gebrochen, alle Ängste dahin, ich konnte endlich so sein wie ich bin und so war ich dann auch. Kein angestrengtes Überlegen was man schreibt, keine Sorge darüber ob sie das was ich schreibe doof, anzüglich oder gar abstoßend findet, nein, einfach ich. Was noch weitaus schöner war, es gefiel ihr was ich zu sagen hatte, ihr gefiel mein Charme, meine Art mich zu artikulieren, einfach alles stieß auf positives Feedback oder zumindest nicht auf Negatives. Umgekehrt erging es ihr ebenso.

Ich bin ein Mensch mit dem man über alles sprechen kann, ohne dass man Angst haben muss das ich über mein Gegenüber Urteile.

Gegen 20 Uhr taten mir die Finger weh und ich fragte sie ob sie Interesse hätte zu telefonieren.

Man muss wissen, dass mich alleine die Frage schon viel Überwindung gekostet hat!

Sie willigte freudig ein und ich gab ihr meine Festnetznummer, sie rief dann auch sofort an.

Boah, was für eine Stimme!

Objektiv betrachtet, eine normale, schöne weibliche Stimme. Für mich spielte ein Orchester. Ihre Stimme war so wohltuend wie Vivaldi’s vier Jahreszeiten! Ich denke, da sah man mich zum ersten Mal seit meiner Trennung und meinem Zusammenbruch, aus der Seele heraus glücklich lächeln.

Bei dem Gedanken an diesem Moment, muss ich immer noch lächeln, es war einfach wunderbar.

Das Gespräch verlief noch viel offener und schöner als alles was ich je zuvor erleben durfte, wir artikulierten es gegenseitig. Es tat uns beiden so gut, nach der harten Zeit auf solch ein Gegenüber zu treffen und langsam fühlte es sich so an als wäre alles richtig, perfekt, der Anfang war gemacht, alles schien zu passen. Gegen halb drei Uhr am Montagmorgen sprang ich dann wieder über meinen Schatten. Dieses Mal fiel mir dies aber nicht schwer! Ich warf den Begriff „erstes Date“ in den Raum. Auf einmal Stille am anderen Ende. Sofort kam wieder Panik in mir auf, war das doch zu früh, hab ich etwas falsch gemacht?

„Oh man Chris, nun hast du das auch noch versaut!“.

Nach einer gefühlten Ewigkeit fragte ich sie:

 

„Hey, bist du noch dran?“

„Ja, Moment, ich schau nur was…“

 

Uff ok, sie klang noch recht entspannt, den Paniklevel etwas runterschrauben….

 

„Wie passt dir Dinstag?“

 

Waaaaas, nicht ihr ernst, ich warf nur den Begriff in den Raum um auf Tuchfühlung zu gehen und sie suchte schon nach einen Termin?!

 

„Dienstag? Moment, ich schau mal ob ich da Zeit habe.“

 

Als wenn ich nicht alles stehen und liegen gelassen hätte, aber das muss Sie ja nicht unbedingt wissen oder!?

 

„Ja, Dienstag passt mir gut. Wo und wann? Und was wollen wir machen?“

 

Anmerkung: Anders als sonst, halte ich zwar ihre Herkunft zurück aber Zeit und Ort wo wir uns getroffen haben, muss hier kein Geheimnis bleiben.

 

Sie meinte dass sie gerne mal wieder im Potsdamer-Schlosspark Sanssouci schlendern würde.

Ich hielt dies, aus mehreren Gründen, für den passendsten Ort.

Sanssouci, zu Deutsch „Ohne Sorgen“, außerdem war es dort ruhig, es hatte Kultur und sowieso ist es wunderschön dort, von den Nackten oder fast nackten Statuen mal abgesehen.

Der Plan stand, Dienstag 10 Uhr Treffen bei mir vor der Haustür, dann ab in den Park und im Anschluss schön in nem Fresstempel einkrachen! Und wer weiß worauf wir noch so alles Bock haben?! Wir telefonierten noch die ganze Nacht und je später es wurde umso „freizügiger“ und ungehemmter wurden unsere Themen.

Wie gesagt, mit mir kann man sich über alles  ernsthaft unterhalten und was liegt in solch einer Atmosphäre näher als das Thema Sex?

Auch da waren wir „kompatibel“, hat doch jeder so seine Vorlieben und Abneigungen, aber hier passte es wie Arsch auf Eimer. Es war sehr schön sich mit ihr darüber so offen unterhalten zu können und von der Stimmung und Atmosphäre die da in der Luft lag….

Ach, ich muss ja nicht alles erzählen! Aber so viel sei gesagt, hätte das Gespräch auf dem Level noch ein paar Minuten länger gedauert, sie wäre davon bestimmt schwanger geworden! Ich kann förmlich sehen das die Biologen unter euch gerade die Hände über den Kopf zusammenschlagen. Aber hey, wenn ihr nicht nachvollziehen könnt was ich da erleben durfte, dann tut es mir echt leid für euch und ich wünsche mir, das ihr diese Erfahrung auch mal habt.

Bei all dem Prickeln denkt jetzt bestimmt der Ein oder Andere dass wir beim Date so lange und ausgiebig, bis zum Verlust der Muttersprache, gevögelt haben. So viel vorweg, nein! Da wir uns einig waren, einen Menschen und dessen Wesen kennen zu lernen und das Menschliche absolut im Vordergrund steht, einigten wir uns darauf dass alles was übers Küssen hinaus geht, tabu ist. Ich bin ein Mann der Ehre und darauf konnte sie sich verlassen!

6 Uhr Montagmorgen, in drei Stunden geht der Wecker, so sehr es von uns auch keiner wollte, es war Zeit den Hörer aufzulegen, etwas zu schlafen und den Montag so schnell wie möglich rum zu bekommen. Wir wünschten uns beiden noch eine gute Restnacht und legten auf.

Ich hab noch nie drei Stunden lang, so seelig und glücklich geschlafen, als würde man auf einer Wolke liegen und eine Massenorgie mit Engeln feiern.

9 Uhr, der Wecker klingelt und ich sprang auf, „schnell noch die Wohnung putzen, wer weiß ob wir nicht noch zu mir gehen!?“.

Betrachten wir die Situation doch mal etwas genauer: Männer-Singelbude, einen Putzfimmel habe ich nicht gerade, der Kühlschrank ist leer, der Toilettendeckel war schon seit Jahren nicht mehr herunter geklappt und sowieso musste überall mal der Staub runter, lag der Frühjahrsputz schon gut 10 Monate zurück.

Hab ich erwähnt dass ich sie im Oktober kennenlernte? Ne?!, Gut jetzt wisst ihr’s!

Ich nahm mir also den kompletten Montag Zeit die Bude auf den Stand zu bekommen, das Mann mit einer Frau, bei einem eventuellen Glas Wein, romantisch auf der Couch sitzen können. Zwischendrin schrieben wir immer wieder Nachrichten auf Wahtsapp, auch neue Bilder von ihr bekam ich ungefragt, es war ein schöner Tag. Der Abend kam, wir schrieben noch etwas intensiver bzw. schickten wir uns Sprachnachrichten und die Freude auf das Treffen wuchs in uns beiden immer weiter. Es war spät und Zeit zu schlafen, damit wir beide ausgeruht beim Treffen sind. Wir verabschiedeten uns und schliefen den Schlaf der Seeligen.

 

Liebe Leserinnen und Leser, wie das Treffen verlief, was wir erlebt haben, wie es nach dem Treffen weiter ging und warum wir keine Hochzeitspläne haben, erfahrt ihr im nächsten Artikel.

Der Kontakt mit „Himmel, 35“

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