Hallo liebe Leserinnen und Leser,  es dürfte wohl aufgefallen sein, dass ich mich allgemein nicht gut über die Partnerbörsen äußere. Ich fand daher, dass es Zeit wird, hierzu Stellung zu nehmen und zu erklären warum. Ebenso dürfte sich auch der ein oder andere gefragt haben, warum ich dann überhaupt bei den Plattformen angemeldet bin, wenn ich diese so kritisch betrachte. Nun, trotz all dem, sind sie alternativlos, bzw. kenne ich keine Alternativen.

Ja gut, man könnte auch in die nächstbeste Bar gehen, sich dort jeden Freitag, Samstag und wer nun noch immer keinen Kater hat, gerne auch am Sonntag, mit sündhaft teurem und namentlich gut klingenden Cocktails die Damen dort attraktiver saufen und gleichzeitig sein eigenes Äußeres im Alkohol erträglicher machen. Na ja, ganz so sollte man es natürlich nicht sehen. Denn es gibt nun mal Menschen, die nicht gerne routinemäßig irgendwo hin gehen und etwas Trinken, einigen dürfte es wohl auch zu teuer werden. Für schüchterne Menschen ist eine Bar oder ein Cafè absolut kein guter Ort um jemanden kennenzulernen – die Location und die anderen Menschen dort können eher erdrückend wirken. Ich könnte hier ewig weiter Gründe aufzählen, warum für einige Menschen eine solche Location nicht in Frage kommt und weshalb sie die Distanz und Anonymität, die das Onlinedating mit sich bringt, bevorzugen. Einigen wir uns einfach darauf, dass es eben Menschen gibt, die das nicht wollen oder können.

Ich gehöre auch zu den Menschen, die die anfängliche Distanz und Anonymität bevorzugen, ich mag auch nicht leugnen, dass es mir einfach zu teuer wird. Onlinedating ist nicht kostenlos, zumindest nicht da, wo sich die meisten Singles treffen. Obwohl das auch nicht recht stimmt, denn es gibt massenhaft kostenlose Singlebörsen, aber diese kann ich beim besten Willen nicht empfehlen. Es wimmelt dort vor Fakeaccounts und mafiartigen Banden die sich über frustrierte einsame Menschen freuen und sich an ihnen bereichern. Trotzdem sind die Kosten im Monat günstiger als ein schöner Cocktailabend in der Bar. So spart man auch genug Geld für ein schönes Date und der Cocktail ist dann auch etwas Besonderes, von der netten Dame mal abgesehen.

Aber was würde ich denn als gute Singlebörse bezeichnen? So komisch es auch klingen mag, für mich ist es bisher Parship. Davon mal ab, dass ich die meisten Kontakte wirklich auf Parship hatte, bietet mir PS den Vorteil, dass mein Profil und die Art, wie ich mich da präsentiere, im Vordergrund steht. Wer es nicht weiß: Bei Parship kann niemand deine Fotos sehen, wenn du sie nicht für die jeweilige Person freigibst. Ich mag die Distanz und Anonymität die mir PS da bietet und gleichzeitig befreit es die Suchenden vor dem Bildfiasko. Zum Bildfiasko später mehr.

Wie Läuft das eigentlich auf PS so ab? In der Regel bekommst du ein Lächeln auf dein gesamtes Profil oder auf einzelnen Einträge deines Profils, dann macht irgendeiner den Anfang und schickt eine Nachricht, wo er/sie fragt, ob man sich nicht etwas näher kennenlernen möchte. Oftmals ist die erste Nachricht sogar ein Kompliment und da sich diese nur auf das beziehen können, was im Profil geschrieben steht, gefällt der Person etwas persönliches an dir und ist nicht im Vorfeld von einem Bild beeinflusst worden. Ich finde daher, das PS die Menschen zu etwas Höflichkeit „zwingt“ bzw. bietet es jedem diese Distanz und Anonymität, mit der sich auch schüchterne Menschen doch recht wohl fühlen und diese stressfreier an die Kontaktaufnahme herangehen können.

Aber warum lasse ich mich dann so über PS aus?

Ganz einfach, PS ist an für sich eine ganz tolle Plattform mit einigen Alleinstellungsmerkmalen, leider macht sich PS das mit ihrem Marketing und indirekten Gängeleinen selber kaputt. Darüber hinaus schönt PS seine Zahlen und ist, ohne Rabatt, relativ teuer mit 30 €/Mon usw.

Ich möchte hier keinen auf Stiftung Börsentest machen, wer mehr über die Machenschaften von PS wissen möchte, sollte einfach mal „Parship“ in die Googlesuche hämmern und aufmerksam Lesen.

Neben PS bin ich ja auch auf anderen Plattformen wie OKCupid und Finya angemeldet, ich nahm hier PS als Beispiel, da ich auf den anderen Plattformen eher weniger aktiv bin.

 

Jetzt habe ich schon 4098 Zeichen getippt und noch immer kein Wort darüber verloren was ich hier eigentlich beschreiben mag.

Nicht jetzt, Spocky!

 

Der Titel dieses Artikels heißt ja „Die Macht des Fingers“ und nein, ich möchte hier nicht berichten wie effektiv so ein Finger sein kann. Einigen wir uns einfach darauf, dass so ein Finger mannigfaltige Aufgaben stemmen kann.

 

 

Na, hat‘s euch auch so geschüttelt?!

Die Macht des Fingers bezieht sich hier auf diese Wisch und Weg-Plattformen wie Lovoo, Tinder und Baboo. Hier wird abgezockt ohne Ende! Was viele Frauen gar nicht wissen oder als lapidar empfinden, ist für uns Männer ein echtes Ärgernis. Lovoo ist dafür das beste Beispiel. Für Frauen ist Lovoo kostenlos, Männer müssen zahlen. Der Account ist an und für sich kostenlos, nur wenn du wissen willst wer, dich besucht oder geliked hat, musst du Credits investieren. Für 20 Credits kannst du ein Profil aufdecken. Für jeden Tag an dem du dich auf der Plattform anmeldest, erhältst du 5 Credits und jetzt kommt’s. Wenn du nur 5 oder 15 Credits hast, explodiert deine Likeliste und die Auflistung der Frauen, die dich angeblich besucht haben. Da du einsam bist, investierst du dann deine letzten 20 Credits, nur um dann festzustellen, dass das Profil der Dame nur ein Fakeprofil von Lovoo war. Nun hast du aber ja noch mehr Profile auf der Liste der Damen, die dich angeblich geliked haben. Jetzt kauft der ein oder andere Verzweifelte ein paar Credits und hofft, dass das nächste Profil kein Fake ist. So viel zur Gleichberechtigung!

Ich möchte hier mal mit meinen Zahlen um mich werfen. 232 Damen haben seit November 2017 mein Profil besucht, davon sind ca. 1/3 Fakeprofile. 132 Likes darf ich mein Eigen nennen und davon sind grob geschätzt 90 % Fakes! Ich bin auch mit 13 echten Likes zufrieden, ich suche ja schließlich nur eine Frau und keinen Harem.. Hmm, ein Harem, ich lege mich da jetzt doch mal nicht so fest…  Nun haben wir da 13 „echte“ Likes, von denen du 12 in die Tonne werfen kannst. Aber warum? Ganz einfach, jetzt kommt die Macht des Fingers. Ich denke Männer und Frauen tun dies gleichermaßen, aber ich schreibe hier nun mal aus meiner Sicht, also aus der Sicht eines Mannes. Frauen liken im Dateroulette erstmal alles, was einen Penis hat, egal ob ihnen das Foto gefällt oder nicht. Eines dieser Likes landet nun bei mir. Jetzt geht der Mann, sich über das Like freuend an sein Handy, investiert seine letzten 20 Credits und deckt ihr Profil auf, er findet sie recht hübsch und gibt ihr ebenfalls ein Like, nun hat man ein sogenanntes Match. Der Betreiber will seinen „Kunden“ so den Eindruck vermitteln, dass sich da nun zwei gesucht und gefunden haben. Jetzt schickst du der Dame eine nette Nachricht und bedankst dich für das Like welches sie dir gegeben hat. Freudestrahlend, sitzt du nun vor deinem Handy, als hättest du die Verantwortung für das Lagerfeuer deiner Höhlenmenschenfreunde und wartest auf eine Antwort. Während du da nun auf eine Antwort wartest, dreht sich die Erde weiter, das Feuer geht aus, der Mensch hat die Elektrizität für sich entdeckt und grillt fröhlich Menschen auf dem elektrischen Stuhl, die Russen schicken einen Köter ins Weltall und der Ami demokratisiert den Mond. Und du? Du sitzt noch immer vor deinem Handy und wartest auf eine Antwort, aber nichts kommt.

Was ist passiert?

Ganz klar, du wurdest geliked obwohl die Dame sich dein Profil nicht angeschaut hat, du bist einer von zig anderen, die in nur ein paar Sekunden geliked wurden. Als du sie dann geliked hast, oder sie auf deine Nachricht aufmerksam wurde, hat sie sich dann doch mal die Mühe gemacht sich dein Profil (wenn überhaupt) mal anzuschauen. Da ihr dein Foto nicht zusagt, ignoriert sie dich einfach. Aber Kopf hoch, du müsstest in den vergangenen 10.000 Jahren, rund 1.825.000 Credits, plus minus ein paar Hundert, gesammelt haben, aber wer zählt das schon so genau!?

Trotz all dem, bin ich davon überzeugt, das Onlinedating funktioniert, denn unter den zig Gehirnakrobaten mit Defizit, sind auch genug anständige Menschen – man muss sie nur finden und mit Anstand und Niveau auf sich aufmerksam machen. Zugegeben, die Frequenz in denen ich Frauen kennenlerne könnte höher sein, wenn ich andere „Strategien“ anwenden würde, aber Frauen, die ich durch so etwas treffen würde, möchte ich eh nicht als Mutter meiner künftigen Kinder bezeichnen.

Fingerwisch und weg, so einfach machen wir es uns, um jemanden kennenzulernen. Ich mag in dem Zusammenhang eigentlich nicht von Kennenlernen sprechen, denn, es ist asoziales Verhalten par excellence. Wie bekloppt und oberflächlich muss man eigentlich sein? Ich mache das z. B. nicht, auch wenn meine Chancen dadurch auf ein Minimum sinken, aber bevor ich anfange Massenlikes zu verschicken, suche ich mir lieber „echte“ Zuneigung im Puff, da weißt du wenigstens, dass du für 30 € beschissen wirst und fühlst dich auch noch gut dabei, außerdem kommt es da wenigstens zu einem „Happy End“. Dieses „bewerten“ von Menschen mit nur einem Finger macht mich schlichtweg sprachlos. Und da wundern sich die Menschen echt, dass sie alleine sind? Ich finde, es sagt viel über den Charakter und die geistige Primitivität eines Menschen aus, der dies so praktiziert. Darüber hinaus, sind sie sich gar nicht bewusst, dass sie auf diese Art und Weise, ihren Traumpartner nicht finden werden. Denn, in dem Augenblick, als er oder sie ihn (den einen Menschen der einem die Welt bedeutet) mit nur einem Fingerwisch weggewischt hat, hat diese Person gerade auf den Fernseher geschaut.

 

 

 

 

Und so liebe Leute, bescheißt man sich um sein Glück!

Jetzt passt’s, Spocky!

 

 

Die Macht des Fingers

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