„Geschichten aus’m Paulanergarten“, einst ein Werbeslogan, heute ein geflügeltes Wort für Geschichten aus dem Alltag.

Ruhig ist es geworden auf Beziehungsstatus-leckmich. Der Grund ist nicht etwa, dass ich nichts zu berichten gehabt hätte, im Gegenteil, nur fehlt mir etwas die Zeit. In den vergangenen Monaten hat sich sehr viel bei mir bewegt. Zum einen war ich, nach zig erfolglosen Kontakten sehr demotiviert, zum anderen, nahm ich noch eine weitere große Baustelle in Angriff.  Nachdem mich das Onlinedating, wobei man das Wort „Dating“ getrost auch hätte weglassen können bzw. den Sinn dahinter, am Ende nur noch frustriert hat, musste ich mir die Frage stellen, welchen Anteil an den „Fehlschlägen“ ich dabei hatte/habe. Ich machte mir daher viele reflektierte Gedanken um mich selbst, las viele Texte die ich mit den Damen ausgetauscht hatte u.s.w. Es kristallisierte sich heraus, dass ich ein sagenhaftes Talent dafür habe, schon mit dem ersten Anschreiben, den Karren in den Dreck zu fahren. Als mir diese Erkenntnis kam, musste ich herzhaft lachen, denn, man sagt mir nach, ein Talent für das Schreiben zu haben. Ergo, musste der Grund in der Art und Weise meiner Anschreiben liegen. Und was soll ich sagen, es stimmt! Der Chris, der hier Texte formuliert, ist nicht derselbe der die Anschreiben an eine Dame hinter einem Onlineprofil verfasst. Da wir vier uns sicher sind, nicht an einer gespaltenen Persönlichkeit zu leiden, mussten es wohl verborgene Ängste und Unsicherheiten sein, die da mitgesendet wurden/werden. Es heißt also, mal gaaaanz tief in sich gehen und sich selbst kritisch hinterfragen, seine „Unzulänglichkeiten“ zu lokalisieren und diese, mit militärischen Strategien, aus seinem Innerem zu vertreiben und/oder zu akzeptieren. Ich legte mir eine imaginäre Liste mit den Dingen an, die mich blockieren bzw. mir im Wege stehen.

Angst/Unzulänglichkeit #1 war: Das Ansprechen von Frauen auf offener Straße.

Früher war das für mich nie ein Problem, also hatte ich, ohne es zu merken, mir diese Angst durch Erfahrungen, an-trainiert. Was man sich an-trainiert hat, kann man aber auch wieder ändern. Gesagt getan! Ich fing an, mit allem was weiblich war, Titten hatte und mir gefiel, in Kontakt zu treten. Die Kassiererin bei meinem Stammsupermarkt und die Bäckereifachverkäuferin, boten da besondere Gelegenheiten, denn, sie können nicht flüchten!  -Hihi, Ich oller Schlingel ich-

Ich begann mit Smaltalk und steigerte es nach und nach zu einen, zum Teil, echt netten Flirt. Es stellte sich jedoch heraus, dass die meisten der Damen schon vergeben waren und ich deshalb ihre Telefonnummern nicht bekommen habe. Aber scheiß doch drauf! Denn, ich habe mich, ganz ohne Ängste zu haben oder blockiert zu sein, „getraut“ nach ihren Nummern zu fragen. Anfänglich viel es mir schwer die „Niederlage“ zu verkraften, aber es kam sehr schnell das Gefühl, doch Erfolg gehabt zu haben. Auch ohne Nummer in der Tasche, war es Erfolg auf (fast) ganzer Linie. Ich habe keine Angst mehr eine Frau anzusprechen, mit ihr zu flirten und sie nach Ihrer Nummer zu fragen.

Was genau ich dabei erlebt habe, werde ich in ein oder zwei gesonderten Artikeln niederschreiben.

Und so nahm ich jede Baustelle in Angriff der ich in mir begegnete und ich kann sagen, dass es sich auf so vielen Ebenen, total gelohnt hat.

Baustelle #2:

Neuer Job! Karriere-technisch war ich über meinem Zenit hinaus, schlimmer noch, ich hatte erst gar keine. Aufgrund vieler blöder Umstände, war es mir nicht vergönnt, Karriere zu machen. Was genau war, möchte ich hier nicht veröffentlichen, dennoch ist es ein wichtiger Bestandteil einiges davon zu wissen, damit andere Männer und auch Frauen sehen, dass es sich lohnt, auch aus der tiefsten Versenkung zu klettern.

Daher hier mal die Kurzfassung:

Schulabbruch in der 9. Klasse, da Schule unzumutbar.

Scheidung der Eltern. Die dazu führte, dass ich über Nacht, auf einmal eine Mitverantwortung für unser Familienunternehmen hatte. Ich holte parallel dazu meinen Schulabschluss an einer Abendschule nach. Plante meine Kariere bei der Bundeswehr, denn, ich sehe in Uniform verdammt sexy aus! (Na gut ok, es spielten natürlich andere, reifere Dinge eine Rolle) Ich machte meinen Einstellungstest, streberhaft mit Auszeichnung. Das tolle Ergebnis öffnete mir, eine sehr sehr lukrative Karriere bei der BW. Eine Einstellung in einem Fachgebiet, dessen Objekt damals noch geheim war und mit garantiertem Studienplatz und so. Ich brach mir im ersten Monat der AGA, drei Rückenwirbel an und zerlederte mir das linke Knie. Ausgemustert! Traum im Arsch, das war’s.

Zwei Jahre Heilungsprozess um wieder ohne Krücken laufen zu können, gepaart mit unzähligen erfolglosen Bewerbungen. Resignation machte sich zum ersten Mal breit. Das ALGII-Leben hatte mich im Griff und ließ mich, egal was man auch machte, nicht wieder los. Durch einen Freund bekam ich eine Stelle in Bayern, in Deutschlands zweitgrößten Unternehmen für CNC Technik. Einen Tag vor Antritt, Börsencrash 2008! Bamm, wieder aus der Traum, das war’s. Wieder unzählige Bewerbungen, zig sehr gut absolvierten Einstellungstest, keinen Job, HartzIV etc. zurück in den Mühlen der Zermürbung, sozialer Ausstieg inklusive. Die Jahre vergingen bis ich eine neue Chance erhalten habe. Dank meiner heutigen Ex-Lebensgefährtin, hatte ich ein Vorstellungsgespräch für einen Ausbildungsplatz als Fachinformatiker. Geschniegelt und gestriegelt absolvierte ich das Vorstellungsgespräch mit Bravour, bekam ein sechsmonatiges Praktikum, in dem ich mich beweisen musste und noch während der Praktikumszeit den Ausbildungsvertrag. Einen Tag vor Ablauf der Probezeit wurde ich gekündigt, da mein Ausbilder das Unternehmen verlassen hatte, die IHK bot mir alternativ den Beikoch in einem Möbelhaus an. Back to Hartz IV.                                                                                                   Es vergingen wieder Jahre bis sich mir eine neue, echte, Chance bot und die habe ich nun wahrnehmen können. Ich mache eine Ausbildung zum Fachinformatiker im Rahmen einer Umschulung, meine Leistungen sind sehr gut und ich habe wieder ein soziales Umfeld.

Wie gesagt, das ist wirklich nur die Kurzfassung, sollte aber reichen um zu verdeutlichen aus welchem Sumpf ich mich da heraus-kämpfe bzw. heraus-gekämpft habe.

 

Nun zurück zu den Geschichten aus’m Paulanergarten.

In den vergangenen Monaten erreichten mich einige Mails von begeisterten Leserinnen und Lesern und allen dürstet es nach MEHR! Nun, das Volk hat gesprochen, so soll es auch MEHR bekommen.

Da mich die Umschulung sehr viel Zeit kostet, komme ich kaum zum Schreiben, viele Artikel liegen unfertig in den Ordnern, aber ich liebe dieses Projekt hier und werde es nicht sterben lassen. Wie oben erwähnt, bekomme ich von euch viele Zuschriften, gerade von Männern. Bei der jüngsten Mail von „Conrad“ kam mir die Idee, warum soll denn nur ich davon erzählen was mir so widerfährt bzw. widerfahren ist?! Wäre ja auch zu subjektiv das Ganze. Also bot ich „Conrad“ an, mir seine Geschichte zu erzählen und zu veröffentlichen, natürlich pur, so wie ich sie erhalten habe und am Ende mit meinen Kommentaren und Ansichten versehen.

Freut euch also auf MEHR Vielfalt, MEHR Geschichten, Geschichten aus dem Paulanergarten.

Der nächste Artikel wird sich um „Conrad“ und -seine- „Nadja“ drehen. Sehr schöne Geschichte, spiegelt sie doch so viele Dinge, die bei beiden Geschlechtern falsch laufen, wieder.

Im Anschluss daran, werde ich endlich den Artikel über echte Männerfreundschaften veröffentlichen und wie existenziell diese sind, um wirklich MANN zu sein. Freut euch daher auf „Bruder Bob“.

Es grüßt euch ganz herzlich

euer Chris

Paulanergarten

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